SALE - Shoppen ohne Hirn der SELBSTVERSUCH

SALE! Überall, immer. Wow, das Shirt für NUR 5 Euro? Die Chance kommt nie wieder, das muss ich haben.

 

 

Wenn ich ehrlich bin, wollte ich zwar noch nie ein solches Shirt, aber für den Preis… Vielleicht wird es mein neues Lieblingsteil. Immerhin besitze ich noch gar kein Shirt wie dieses. Vor allem nicht in der Farbe!

 

 

Das ist ein Kaufverhalten auf das ich trainiert bin. Seit meiner Jugend, in der ich nur sehr viel weniger Geld zur Verfügung hatte als jetzt. Was hat sich geändert? Ich habe mehr Geld zur Verfügung, aber immer noch die gleiche Torschlusspanik bei Schnäppchen. Jetzt oder nie!

 

Wenn man mit dieser Konditionierung durch Leben geht – und viel Zeit in der Nähe von Läden verbringt – ist ganz viel Geld ganz schnell weg. Am problematischsten dabei: Wenn es mal wirklich darauf ankommt, hat man nichts Passendes anzuziehen. Shoppen ohne Hirn eben.

 

Einsicht ist, wie allgemein bekannt, der erste Schritt zur Besserung. Hier also die Analyse und Darstellung des Problems: Bei SALE-Schildern schaltet der gesunden Menschenverstand ab und man beginnt sich sofort zu fühlen, als wäre dieses eine Shirt das, worauf man sein ganzes Leben gewartet hat. Aber das ist, wenn wir mal ehrlich sind, noch nie der Fall gewesen. Die Reue folgt meistens zuhause beim in den Schrank sortieren, am Ende des Monats bei Betrachtung des Kontostandes oder schlimmstenfalls, wenn man das Shirt das erste Mal tragen möchte und es doch nicht so toll aussieht wie gedacht. Natürlich sind davon nicht nur die Shirts im Sale betroffen. Genauso ist es mir ergangen mit Schuhen, Schmuck, Taschen und sogar bei den kleinen Dingen wie den Grabbel-Tischen in Supermärkten (Ein Serviettenhalter? Kann man immer gebrauchen!).

 

Überall lauern vermeintliche Schnäppchen die uns suggerieren wir könnten nicht ohne sie leben. Was also tun?

Ein Heilmittel wurde leider bisher nicht entdeckt. Der einzige vernünftige Weg lautet also:

Wir (ich) müssen lernen das Hirn nicht auszuschalten sobald wir etwas Schönes und Nützliches erspähen.

 

Mein Selbstversuch beginnt am 01.11.2016

1, Zu-Besorgen-Listen für Kleidung, Haushalt, etc. anlegen.
Was fehlt mir wirklich (Inklusive Anzahl der Teile)?
2, Keine Sofortkäufe, außer wenn sie auf der „Zu Besorgen-Liste“ stehen
3, Will ich etwas, das nicht auf der Liste steht: mindestens eine Nacht darüber schlafen!
4, Penible Ausgabenliste einführen – ich bin sicher irgendwas kaufe ich trotzdem anfangs

 

Bis zum Startdatum befinde ich mich in der Testphase. Ich versuche mich an die Regeln zu halten, rechne aber damit, dass ich schwach werde und kann dann diese Käufe nochmal reflektieren und gegebenenfalls die Regeln anpassen.

Ich bin nicht nur gespannt, wie schwer es mir tatsächlich fallen wird, sondern auch darauf, wie viel Geld ich am Ende eines jeden Monats noch für quasi unnötige Dinge ausgeben werde.

 

 

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