Traumberuf vs. Wirklichkeit

Wie man vom Weg abkommt, und den richtigen Weg findet

Was wolltet ihr als Kind werden?

Oder die bessere Frage: Was hat euch als Kind wirklich Spaß gemacht?

Wirklich Spaß gemacht hat mir eigentlich das in der Natur sein. Mein Lieblingsspiel war „Indianer“ bei dem ich den ganzen Tag draußen unterwegs war und so getan habe, als müsste ich mich selbst versorgen mit wildwachsenden Beeren oder ähnlichem. Ich habe mich sogar am Fallen stellen probiert, aber nie etwas erwischt (und wurde auch nicht dabei erwischt) – besser so!

Bei schlechtem Wetter bin ich in der Bibliothek meines Vaters in verstaubten Lexika versunken, immer auf der Suche nach Heilpflanzen und dabei Insekten und Vögel zu bestimmen.

 

Wie zum Teufel bin ich in einer Buchführungs-Vorlesung gelandet?

Dazwischen liegt ein langer Weg aus vielen verschiedenen Entscheidungen die einen schnell ab vom Weg bringen.

 

Hätte ich zu Schulzeiten über mich gewusst was ich jetzt weiß, hätte ich wahrscheinlich vieles anders entschieden.

 

Trotzdem habe ich es in den BWL Master geschafft und kann mich mit Bachelor Abschluss immerhin als Wirtschaftswissenschaftlerin bezeichnen.

Wenn ich im Büro sitze, an Excel Tabellen herum feile, mich durch das Datev Labyrinth wühle und die Zahlendreher bei meinen Buchungen suche frage ich mich, wie mir wohl ein anderer Beruf gefallen hätte.

 

Wäre ich mit einem Biologie Studium wirklich glücklicher geworden? Oder mit einer Ausbildung zur Fotografin?

Ich glaube nicht. Ich habe dem Weg den ich gewählt habe so viel zu verdanken:

Ich habe im Studium Freunde fürs Leben gefunden und habe gelernt die Spielregeln der Wirtschaft auf mein eigenes Leben anzuwenden und so aus meinem chaotischem und ziellosen Ich etwas halbwegs Vernünftiges zu machen.

 

 

Ohne das trockene Studium hätte ich niemals das starke Bedürfnis gehabt mich nebenbei kreativ auszuleben und hätte nie meinen Kanal und Blog gestartet.

Im Studium habe ich gelernt gut mit Geld umzugehen und wie wichtig Rücklagen sind – und zwar nicht nur die Finanziellen. Ich habe gelernt wie wichtig Ziele sind und den Weg dorthin zu durchschauen. Ich habe gelernt, dass es sich (meistens) wirklich auszahlt, wenn man hart für etwas arbeitet. Ich habe gelernt, dass auch langweilige Bürojobs von Vorteil sein können und einem an anderer Stelle von Nutzen sein können.

 

Ich liebe mein Leben und möchte keinen Tag in eine andere Rolle schlüpfen.

Ich erinnere mich an viele Entscheidungen die ich treffen musste und an die Zweifel – schaffe ich das wirklich? Mute ich mir damit nicht zu viel zu? Was wenn es schief geht? Was wenn ich es hasse?

 

 

Heute bin ich froh, dass ich so gut wie immer ins kalte Wasser gesprungen bin. Und das Wasser war verdammt kalt! Gestartet bin ich mit der Note fünf im Betriebswirtschaftslehre Abi – heute habe ich es an die Uni geschafft.

Und wer weiß wohin der Weg noch führt – ich bereue keine Sekunde und freue mich auf jede weitere, auch wenn es manchmal harte Arbeit ist, wenn man sich für etwas entscheidet, dass einem nicht in die Wiege gelegt wurde.

Die Message? Nur weil es auf den ersten Blick so erscheint als seid ihr in einer Sackgasse, mit Fleiß und Mut kann man meistens alles zum Guten wenden.