Was kostet ein Hund wirklich?

Vor über einem Jahr haben wir uns den Traum vom eigenen Hund erfüllt. Bevor wir diesen Schritt gewagt haben, haben wir viel geplant, kalkuliert, abgeklärt und uns wirklich ernsthafte Gedanken gemacht, ob wir einem Hund das bieten können, was er verdient. Dabei ist Geld, neben der Zeit, eine der wichtigsten Themen.

 

Da ich nun gefragt wurde, was denn so ein Hund tatsächlich kostet - nicht nur die Anschaffung - wollte ich mein Wissen mit euch teilen.

 

Das müsst ihr bedenken:

- Unser Hund wiegt 4,5 Kg und frisst dementsprechend wenig

- Unser Hund ist reinrassig und von einem zertifizierten Züchter - entsprechend hoch war der Anschaffungspreis

- Wir wollten auf alles vorbereitet sein und haben uns im Voraus Gegenstände angeschafft, die unsere Art der Erziehung unterstützen und nicht von jedem zwangläufig gebraucht werden (Laufstall, etc.)

- Kosten für die Fellpflege variieren nach Rasse

- Erblich bedingte Krankheiten (und das Einplanen von Behandlungskosten für diese) hängen von Rasse UND Herkunft des Hundes ab. (Ein ehemaliger Straßenhund kann ebenfalls hohe Behandlungskosten durch verschleppte Krankheiten verursachen)

Zuerst der Plan

Um herauszufinden, ob wir uns unseren Traum-Hund leisten können, habe ich eine tabellarische Aufstellung aller Kosten erstellt. Diese Excel-Tabelle könnt ihr euch runterladen und gegebenenfalls durch eure Ausgaben (je nach Hund) ergänzen oder ändern.

 

Ich führe darin einmale Kosten auf - bei Anschaffung im Welpenalter, monatliche und jährliche Kosten. Außerdem habe ich jeweils den Worst und Best Case abgebildet und zu sehen, was im besten und im schlimmsten Fall auf uns zukommt.

Download
Unsere Kostenkalkulation (Einmalig, monatlich, jährlich)
In dieser Tabelle haben wir alle Kosten für die Anschaffung unseres Zwergspitzes aufgelistet.
Kostenkalkulation.xlsx
Microsoft Excel Tabelle 13.0 KB

Fazit nach 13 Monaten: Haben wir richtig geschätzt?

Über ein Jahr nachdem unser Waschbär bei uns eingezogen ist bin ich erstaunt, wie gut ich geschätzt habe. Bei der Anschaffung der Erstausstattung haben wir teilweise übertrieben und zu viele Spielsachen gekauft, die er gar nicht gerne mag. Am wichtigsten sind jedoch die monatlich wiederkehrenden Kosten. Tatsächlich haben wir auf ein Jahr gerechnet sehr viel höhere Tierarztkosten gehabt, als geplant.

 

2 x Impfung á 60 €

1 x Notfallbehandlung Feiertag wegen Schokoladenzwischenfall = 100 €

Chemische Kastration = 80 €

Kastration = 280 €

Behandlung wegen Brechdurchfalls = 110 €

Kontrolluntersuchung = 20 €

3 x Wurmkur = 30 €

 

Sind 740,- € für Tierarztkosten im ersten Jahr. Vieles davon sind einmalige Ausgaben, trotzdem ist es nicht wenig Geld.

 

Die geplanten Kosten für den Hundefriseur konnten wir uns dagegen komplett sparen. Wir haben einmalig in gute Bürsten, Kämme und Scheren investiert und ich habe ein neues Hobby.

 

Die Kosten für das Katzenklo sind ebenfalls weggefallen - das haben wir einfach nie gebraucht/ausprobiert.

 

Was auf der Liste fehlt: Kosten für UNMENGEN an Küchenrolle, Putzmittel und Wasser/Strom der Waschmaschine - gerade in den ersten sechs Monaten.

 

Außerdem fehlt ein weiterer Posten, der seeeeehr teuer werden kann: Hundebetreuung im Urlaub, oder bei Geschäftsreisen. Das ist definitiv nicht zu unterschätzen. Auch dafür haben wir in den letzten 13 Monaten einige Hundert Euro ausgegeben.

Was lernt man daraus?

Um dem Tier gegenüber fair zu sein und ihm die beste medizinische und psychische Versorgung zu garantieren, solltet ihr euch erst einen Hund anschaffen, wenn euch 1000,- bis 2000,- € Ausgaben im Jahr nicht wehtun und eure Existenz nicht bedrohen. Ihr wollt nicht vor der Wahl zwischen Medizin für euren Hund und eurem eigenen Essen stehen.

 

Die Anschaffungskosten und die Erstausstattung ist das geringste Problem. Stellen euch die Anschaffungskosten schon vor eine große Herausforderung, solltet ihr definitiv warten, bis ihr in einer besseren finanziellen Lage seid.

 

Und mal ehrlich:

Sollte euer Hund deutlich günstiger im Unterhalt sein, als ich es euch hier aufzähle: umso besser, wer will nicht ein paar Euro übrig haben für einen schönen Ausflug?

In diesem Sinne, viel Spaß mit eurem zukünftigem Vierbeiner - auf das ihr niemals viel Geld für einen Tierarzt ausgeben müsst!


Schreibt es mir gerne in die Kommentare, wenn ihr weitere Posts zum Thema Hund lesen möchtet :)

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